Fitnesswahn und Körperbild

Ein kurzer Rant zum Thema Fitnesswahn und Körperbild: Übergewicht ist nichts Gutes. Punkt.
Das hat nichts mit der Persönlichkeit innerhalb des Körpers zu tun. Denn genau: Übergewichtige Menschen haben auch glückliche Momente. Genauso wie normal gewichtige Menschen. Sie sind genauso klug oder dumm, genauso zickig oder verständnisvoll. Und sie sind genauso liebenswert wie nicht übergewichtige Menschen es eben auch sind.
Ich halte aber absolut nichts von dieser Fatacceptance Bewegung, da Übergewicht (auch leichtes) einfach ein gesundheitliches Risiko darstellt. Merkwürdiger Weise ist das ein Streitpunkt, weiß ich. Das ist wie mit Impfgegnern zu diskutieren… ich lass beides mittlerweile, um meiner Seele Frieden Willen.
Allerdings muss ich hier klar sagen, dass dieses Bodytuning, das schon ins Wahnhafte abdriftet genauso ein Risiko für die Gesundheit ist. Der Körper braucht einen gewissen Fettanteil um zu funktionieren. Das ist ein Korridor, in dem mensch sich bewegen kann und auch sollte. Den zu unterschreiten, nur um diese merkwürdige Muskelfalte auf dem Bauch zu haben oder trotz ungünstiger Hüftknochenstellung bei geschlossenen Füßen ein „Gap“ zwischen den Oberschenkeln zu sehen ist einfach bekloppt. Aber auch hier… wenn jemand in diesen Wahn fällt, ist es wie mit Impfgegnern.

So, Rant Ende. Ich geh ne Runde laufen.

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How to have…

… a super productive day!
… super duper success!
… the perfect life!
… flawless skin!
… the perfect body!

Blablabla… Ich will keinen mega produktiven Tag haben, ich brauch auch keinen super mega krassen Erfolg und das perfekte Leben würde mich nach 2 Tagen zu Tode langweilen. Makellose Haut würde mich ängstigen und der perfekte Körper ist mehr Arbeit, als ich bereit bin neben Beziehung, Freunden, Familie, Hobbys und Job zu investieren. Wie soll der überhaupt aussehen???
Wie ich da jetzt drauf komme? Youtube. Ich liebe diese Plattform einfach. Ich schau gern Buchrezensionen, ich mag sinnlose Videos über Menschen, die ihre Räume umdekorieren, ich schau total gerne Let’s Plays und hör mir gern Mel Robbins an, wenn ich das Gefühl hab, gegen ne Wand zu rennen. Yoga mit Adrienne ist unfassbar gut und auch die Workouts von Blogilates oder Popsugar Fitness begleiten mich beim Sport.
Aber die Empfehlungen auf der Startseite… W T Fucking F?!?
Wieso muss alles immer perfekt sein? Wieso muss alles immer mega produktiv sein? Mein Kleiderschrank darf nur noch 10 Teile haben, damit ich meine Seele aus dem massiven Konsumkreislauf freikaufen kann. Ja, richtig gelesen: Aus dem Konsumkreislauf freikaufen.
Ich hab wirklich das Gefühl, dass es diese Sehnsucht einiger oder vielleicht auch vieler Menschen nach Anleitung für ein perfektes Leben langsam überhand nimmt.
Woran liegt das?
Mir ist völlig klar, dass ich – und damit mein Leben – kein Maßstab für Leichtigkeit oder tägliche Kämpfe bin, aber kann die Reduktion auf das Nötigste wirklich den Blick für Glück öffnen? Muss das nicht eher aus dem Inneren kommen und nicht aus dem Äußeren? Ein Mensch der gezwungenermaßen nichts hat, der wird doch nicht glücklicher, nur weil ihm jemand sagt „Sei froh, du lebst das befreiende und befriedigende Leben eines Minimalisten.“
Und die Durchschnittsfrau, die nun mal keine perfekte Haut hat, wird doch auch nicht glücklicher, weil ihr jemand tausend Mittel anpreist, mit der ihre Haut genau so schön wird, wie die mit Weichzeichner gefilmte und übermäßig geschminkte 20jährige bei Youtube behauptet. Nochmal: Überschminkte Weichzeichner-Haut ist GRUSELIG!
Imperfektion ist das, was uns attraktiv macht, Ladies and Gentlemen. Da gibt es Studien drüber 😉

 

Und? Wie glücklich bist du?

Ich verbringe meine teilweise recht langen Arbeitstage mit einem manchmal nicht sehr positivem Menschen. Sein Credo scheint irgendwie eine Mischung aus Konfrontation, Egozentrik und sich ärgern zu sein. Okay, auch andere ärgern gehört dazu und meistens trifft es dann doch irgendwie mich.
Ich komm aus der Nummer so nicht raus, außer ich such mir einen anderen Job und das will ich aktuell nicht, zumal ich mir dank meines Brötchengeber meine Schuhe und mein Auto leisten kann 😉

Wie geh ich jetzt also damit um, ohne dabei drauf zu gehen? Ich hab da ein paar unspektakuläre Dinge, sowas wie Sport, gesunde Ernährung und auch der pragmatische Nerdpartner trägt zu meinem Überleben bei. Jetzt sagte er letztens auf meine etwas verzweifelte Frage, wieso ein so missgünstiger und egozentrischer Mensch ein augenscheinlich gutes Leben haben kann, sehr auf den Punkt: „Das wird sich auf jeden Fall rächen. Mach dir keine Sorgen.“

Darauf hab ich jetzt eine ganze Weile rumgekaut, weil es mir eigentlich zu einfach erscheint (Note to self: Beitrag schreiben, dass der einfache Weg nicht immer der beste ist). Aber er hat im Grunde recht, denn wer sorglos und unempathisch andere Menschen mich als Ressource und Blitzableiter benutzt, wird irgendwann extrem einsam und alleine sein. Ich hingegen kann gezielt ein wenig Gutes in meinem und auch in seinem Umfeld bewirken, indem ich noch bewusster mit Menschen umgehe, als ich es eh tue. Es ist gar nicht schwer, ein Lächeln oder ein nettes Wort zu verschenken, und es kann auch funktionieren, freundlich zu bleiben, wenn der Gegenüber sehr reizend ist und ich innerlich gerade aus dem Hemd springen will. Ich glaube, der Dalai Lama ist da ein tolles Vorbild – sich nicht alles gefallen lassen, aber immer mit Respekt und Contenance reagieren. Oder nur dann aus dem Hemd springen, wenn es sich auch lohnt. (Disclaimer: Menschenverachtende Präsidenten, rechtes Pack und gewaltverherrlichende Idioten werden nach wie vor ohne Toleranz von mir behandelt. Zuviel Toleranz schadet einer freien Gesellschaft.)

Ich für mich kann sagen, dass ich nicht glücklich sein kann, wenn ich andere gezielt und sinnlos unglücklich mache. Das bedeutet nicht, dass ich immer Zen sein muss, aber ich vermute, meine Art des Egoismuses wird mich am Ende weiter bringen. Das ist ein bisschen wie im Märchen: Sei immer nett und freundlich und die gute Fee kümmert sich um dich. Und wenn sie es nicht tut, musst du deine Schuhe halt selber bezahlen…

Sind wir echt?

Elon Musk hat auf der diesjährigen Code Conference die Frage gestellt bekommen, ob wir alle nur eine Simulation sind und mit einem sinngemäßen „Höchstwahrscheinlich“ geantwortet.

Er argumentiert, dass seiner Meinung nach die Chance, dass wir echt sind, eins zu einer Milliarde steht. Da muss man erstmal das Belächeln hinter sich bringen, um auf seine Argumente eingehen zu können, denn im ersten Moment klingt sowas eher nach „Was auch immer du nimmst, die Dosierung stimmt nicht!“
Aber, und das istmatrix ein interessanter Einwand, Musk spricht die bisherige Entwicklung der Technik an und sagt, dass wir irgendwann an einem Punkt ankommen könnten, an dem Simulationen soweit entwickelt sind, dass sie nicht mehr von der Realität unterschieden werden können, dass sie ein eigenes Bewusstsein entwickeln können und mit diesem Bewusstsein auch erfahren können und Dinge wahrnehmen, wie wir heute Wahrnehmen.
Wenn wir jetzt also davon ausgehen, dass wir uns nicht vorher vom Planeten gebombt haben oder der Z-Day ausgebrochen ist, dann besteht eine nicht unerhebliche Chance, dass wir nur Simulationen sind.
Ich weiß nicht, ob die 1:1 000 000 000 Ansage von Musk übertrieben ist, denn eine statistische Wahrscheinlichkeit über unseren Echtheitsgrad könnt ich jetzt nicht machen, aber ich finde einfach den Gedanken dahinter wirklich interessant.

Und noch ein Punkt ist sehr erwähnenswert: Musk hofft, dass wir „nur“ Simulationen sind. Wieso das so ist, könnt ihr euch selber von ihm anhören.

 

Klar kann man über den Sinn oder den Unsinn solcher philosophischer, und aus meiner Sicht auch nicht klärbarer, Fragen streiten, aber sind wir mal ehrlich: Die grauen Zellen wollen manchmal einfach Auslauf.

Anarchohirn und der Untergang der weißen Seite

Dieses Ding mit weißen Seiten, die beschrieben werden wollen. Was ist das nur?
Im Grunde ist es wie ein Zwang und mein Anarchohirn reagiert auf Zwänge auf eine furchtbar lustige Weise:

Juvi: Hrm… mein Blog ist sooooo schön geworden und ich will über so viele Dinge schreiben, die in meiner kleinen Welt passieren!
Anarchohirn: Super Idee, komm wir setzen uns kuschlig mit nem Wein und dem Notebook aufs Sofa.
Juvi: Hui… weiße Seite… Hirn, was soll ich schreiben?
Anarchohirn: MUAHAHAHAHAHAHAHA! Hier sind die tausend Dinge deines Tages, über die du nicht schreiben darfst, weil es die Arbeit betrifft. Und hier die tausend Dinge, über die du nicht schreiben willst, weil betroffene Menschen das nicht wollen würden. MUAHAHAHAHHAHA!!!!!!!!!!!!11ElfElf!!!
Juvi: F!U!

Aber so oder so ähnlich ist es immer. Ich bin wie ein kleines Eichhörnchen und kann mich von tausend Dingen ablenken lassen, kurz nachdem ich den Gedanken „Hu! Das wäre was zum Bloggen!“ im Kopf hatte. Das ist fast schon ein Zwang, als wäre es eine Art Selbstboykott. Wenn ich es dann schaffe, mein Gehirn mit anderen Dingen abzulenken, dann kann das literarische-limbische-System übernehmen und sich nicht nur einen irre coolen, gebildet klingenden Superheldennamen geben, der völlig adäquat ist. Nein, es kann auch tatsächlich einen Blogbeitrag erschaffen, in dem ich in Ruhe rum piensen kann. Aber irgendwie wäre alles andere auch inakzeptabel.

Danke für die Aufmerksamkeit, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.