An Jazz kann man nicht sterben. Oder?

Wie schreibe ich eine Rezension über ein Buch, bei dem eigentlich alles über den Klappentext hinaus schon ein Spoiler ist? Besser gar nicht. Aber wie langweilig wäre das? Und wie kurz wäre dann dieser Beitrag? Genau. Das wollen wir ja auch nicht.

Wo fange ich an?
Es ist eine wunderschöne Nacht im Londoner Bezirk Soho, pulsierendes Leben, 51nudvsbbel-_sx312_bo1204203200_Musik und das Lachen Betrunkener schallt durch die Gassen. Ein Jazzmusiker beendet seinen Auftritt und stirbt an einem Herzinfarkt.
Dr. Walid, weltbekannter Gastroenterologe und diensthabender Arzt, spürt einen Hauch von Jazz, als er die Leiche untersucht und das Lied „Body and Soul“  erklingt. Es ist nicht sein erster Fall von magischer Erinnerung, Vestigium genannt und so kontaktiert er die zuständige Einheit der Londoner Polizei. Präziser: Er ruft Constable Peter Grant an.
Denn Peter ist aktuell der einzige Ermittler besagter Einheit  und nebenbei auch noch der einzige Zauberlehrling Londons. Das allein beschert ihm eine Menge Stress. Hinzukommt aber, dass sein Boss, zufällig Londons letzter Zauberer und Peters Lehrer, noch im Krankenhaus liegt, um sich von einer Schusswunde zu erholen.

Peter muss nun quasi im Alleingang aufklären, wieso immer mehr Jazzmusiker sterben und wer zum Henker männliche Genitalien abbeißt, denn parallel zu den toten Jazzern wird auch noch eine grausige Leiche auf einer Herrentoilette gefunden. Durch herzhaftes Zubeißen entmannt und verblutet.

Die Geschichte ist toll erzählt, wunderbar verwoben, alle Charaktere haben Tiefgang und wachsen einem ans Herz. Viel bleibt im Dunkeln, aber die Reihe hat ja auch noch vier weitere Bände. Es gibt ein bisschen Liebe, ein bisschen Romantik, viel Action, viel Jazz und belebende Impressionen der Londoner Musikszene.

Deutliche Empfehlung als gelungene Fortsetzung einer vielversprechenden Reihe!

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Reisebericht aufarbeiten

Ich hatte ja in einem früheren Beitrag geschrieben, dass ich in Myanmar war und da noch einen Bericht schreiben will, mit Bildern und allem drum und dran.
Nur komm ich da irgendwie gerade nicht weiter und fange an zu prokrastinieren. Mit Sport, Youtube und Büchern. Ein Teufelskreis.

Sobald ich daraus ausgebrochen bin, werde ich artig den Bericht fertig schreiben und auch veröffentlichen! Wie gut, dass ich ein Reisetagebuch geführt hab 😉

Weihnachtsfeeling

Mannomann, ich hab noch vier Tage bis Weihnachten und nur noch einen Tag bis Yul! Zum ersten Mal seit acht oder neuen Jahren, hab ich noch nicht alle Geschenke zusammen und werde am 23. (!) noch in die Stadt müssen. Ich würd ja jetzt gern sagen, dass der späte Urlaub schuld ist, aber ehrlich gesagt stimmt das nicht. Ich hab einfach schlecht geplant 😀
Aber dafür ist die Wohnung tiefenrein gewienert, weihnachtlich dekoriert (dezent, aber mit Lichterkette) und  wenn ich es heute schaffe, Geschenkpapier zu kaufen, kann ich die bereits besorgten Geschenke auch einpacken.
Was ich allerdings noch machen muss, für diesen Blog und meine sozialen Netzwerke das Urlaubsalbum fertig machen.

Sport läuft auch aktuell, da gibt es also keinen Grund zu maulen. Im Frühjahr versuchen wir mal mit den Vorbereitungen für einen Halbmarathon anzufangen und vielleicht halte ich bis zum späten Frühjahr auch durch, bis ich mich wieder auf 5-8 km pro Lauf beschränke. Ich bin faul. Ich steh dazu 😀

Vielleicht noch ein Ausblick auf 2018: Ich will ein Leseprojekt starten, sowas wie „Ein Buch pro Monat“ oder so. Wenn da einer eine spannende Idee hat, immer her damit. Die Hörbuchrezensionen werden weiter gehen, ergänzt durch Buchrezensionen, wahrscheinlich das für 2018 auch der Fokus dieses Blogs werden.

Und damit der geneigte Leser auch ein bisschen in Weihnachtsstimmung kommt, hier ein bisschen Musik:

 

Kurzurlaub an der Nordsee

Hach, des war schön.
Einfach eine Woche an der niederländischen Nordsee abhängen, bei Windstärke 7 bis 8 am Strand entlang taumeln, super leckeren Kram essen und aus ernährungstechnischen Gründen keinen Alkohol trinken. (Note to self: Blogeintrag über den Frust gesunder Ernährung schreiben. Ich vermisse Gummibärchen…)

Dann hab ich es nach fünf Jahren endlich ins Van Gogh Museum in Amsterdam geschafft, bin da in 4 Stunden durchgeschlendert, um im Anschluss als glückliche, kleine Juvi in dieser wunderbaren Stadt herum zu stromern. Der Indonese, bei dem wir abends Essen waren, hat einen perfekten Tag abgerunden und da nicht unsere Heckscheibe, sondern die eines armes Niederländers zwei Autos weiter eingeschlagen wurde, gab es da auch keinen Grund zum Ärgern.

Ich schieb mal ne Bilderflut nach, damit sich der geneigte Leser ein (Achtung, ganz meises Wortspiel) Bild von meinem Urlaub machen kann.

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TMS

Es ist passiert.
Der tödliche Männerschnupfen hat mich erwischt.

Am Sonntag war ich noch das blühende Leben und Montagabend fing es mit Niesen und Halsweh an. Gestern dann der Totalausfall… über 39°C Fieber, Schnupfen des Todes, Husten, das volle Programm.

Deswegen jetzt dieser Beitrag mit den besten Mittelchen, um halbwegs über die Runden zu kommen, wenn der Körper nicht mehr will:

  1. Hausarzt

    Ihr kennt das… wenn ihr krank seit, geht zum Arzt…

  2. Eine hyperflauschige Wolldecke

    Die braucht man, um sich kuschelig einzuwickeln, wenn die ganze Welt einen einfach nur in Ruhe schlafen lassen soll

  3. Netflix/Amazon Prime/Youtube

    Das braucht man schlicht zur Ablenkung

  4. Ein gutes Buch

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    Ab und zu mag man nichts sehen und nichts hören, da hilft lesen zur Zerstreuung des an TMS erkrankten Wesens.
    Meine aktuelle Empfehlung: „Die Flüsse Londons“ von Ben Aaronovitch

  5. Ein leckerer Erkältungstee

    Viel trinken ist super wichtig bei Erkältungen und Tee wärmt von Innen. Aber obacht, nur Tee ist auch nicht das Gelbe vom Ei…

  6. Viel Schlaf

    Handy aus, Türklingel aus, Telefon lautlos… nicht stören lassen!

  7. Erkältungsbad

    Eukalyptus, Fichte, was es da nicht alles gibt. Aber die ätherischen Öle helfen die Nase frei zu machen und Entspannung hilft dem Körper beim Kampf gegen die Viren.

In diesem Sinne, gute Besserung an alle armen, kranken und am TMS dahin siechenden Wesen dort draußen!

Und? Wie glücklich bist du?

Ich verbringe meine teilweise recht langen Arbeitstage mit einem manchmal nicht sehr positivem Menschen. Sein Credo scheint irgendwie eine Mischung aus Konfrontation, Egozentrik und sich ärgern zu sein. Okay, auch andere ärgern gehört dazu und meistens trifft es dann doch irgendwie mich.
Ich komm aus der Nummer so nicht raus, außer ich such mir einen anderen Job und das will ich aktuell nicht, zumal ich mir dank meines Brötchengeber meine Schuhe und mein Auto leisten kann 😉

Wie geh ich jetzt also damit um, ohne dabei drauf zu gehen? Ich hab da ein paar unspektakuläre Dinge, sowas wie Sport, gesunde Ernährung und auch der pragmatische Nerdpartner trägt zu meinem Überleben bei. Jetzt sagte er letztens auf meine etwas verzweifelte Frage, wieso ein so missgünstiger und egozentrischer Mensch ein augenscheinlich gutes Leben haben kann, sehr auf den Punkt: „Das wird sich auf jeden Fall rächen. Mach dir keine Sorgen.“

Darauf hab ich jetzt eine ganze Weile rumgekaut, weil es mir eigentlich zu einfach erscheint (Note to self: Beitrag schreiben, dass der einfache Weg nicht immer der beste ist). Aber er hat im Grunde recht, denn wer sorglos und unempathisch andere Menschen mich als Ressource und Blitzableiter benutzt, wird irgendwann extrem einsam und alleine sein. Ich hingegen kann gezielt ein wenig Gutes in meinem und auch in seinem Umfeld bewirken, indem ich noch bewusster mit Menschen umgehe, als ich es eh tue. Es ist gar nicht schwer, ein Lächeln oder ein nettes Wort zu verschenken, und es kann auch funktionieren, freundlich zu bleiben, wenn der Gegenüber sehr reizend ist und ich innerlich gerade aus dem Hemd springen will. Ich glaube, der Dalai Lama ist da ein tolles Vorbild – sich nicht alles gefallen lassen, aber immer mit Respekt und Contenance reagieren. Oder nur dann aus dem Hemd springen, wenn es sich auch lohnt. (Disclaimer: Menschenverachtende Präsidenten, rechtes Pack und gewaltverherrlichende Idioten werden nach wie vor ohne Toleranz von mir behandelt. Zuviel Toleranz schadet einer freien Gesellschaft.)

Ich für mich kann sagen, dass ich nicht glücklich sein kann, wenn ich andere gezielt und sinnlos unglücklich mache. Das bedeutet nicht, dass ich immer Zen sein muss, aber ich vermute, meine Art des Egoismuses wird mich am Ende weiter bringen. Das ist ein bisschen wie im Märchen: Sei immer nett und freundlich und die gute Fee kümmert sich um dich. Und wenn sie es nicht tut, musst du deine Schuhe halt selber bezahlen…